Kein Clean Industrial Deal ohne Reifen-Kreislaufwirtschaft: AZuR-Greenpaper 2026

azur greenpaper 2026

Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) hat eine aktualisierte Fassung ihres Greenpapers zum Status der Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa veröffentlicht. 32 Seiten stellen die ökologischen und ökonomischen Potenziale von Runderneuerung, Reparatur, Nachprofilierung, mechanischer und chemischer Reifenverwertung dar. Das Greenpaper verdeutlicht die Beiträge zu Klimaschutz, Ressourcenschonung und industrieller Wettbewerbsfähigkeit der von AZuR konsequent umgesetzten Circular Economy.

Dabei werden auch konkrete Forderungen an die Politik erhoben: Um die vorhandenen Potenziale zu nutzen, sind Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen dringend erforderlich. Auch der Europäische Rechnungshof mahnt, „die Recyclingmärkte zu stärken, da Kreislaufwirtschaft funktionierende Märkte, konsequente Umsetzung und verlässliche Finanzierung in der EU benötigt.“ Für Netzwerk-Koordinatorin Christina Guth ist die Reifen-Kreislaufwirtschaft „ein funktionierendes Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften in Europa. Sie verbindet Klimaschutz, Ressourcenschonung und wirtschaftliche Wertschöpfung.”

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Klimaschutz und industrielle Zukunft

Die europäische Wirtschaft steht vor einer mehrfachen Herausforderung: Sie muss gleichzeitig klimaneutraler werden, die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und ihre Rohstoffversorgung sichern. Der Übergang von einer linearen Wirtschaftsweise – produzieren, nutzen, entsorgen – zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine zentrale Rolle. Der von der Europäischen Kommission angestoßene Clean Industrial Deal setzt wichtige Impulse für eine nachhaltige Industriepolitik.

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Das aktualisierte AZuR-Greenpaper macht jedoch klar, dass die Kreislaufwirtschaft stärker in den Mittelpunkt politischer Maßnahmen rücken muss. Gerade im Mobilitätssektor wird diese Transformation zunehmend relevant. Mit steigenden Fahrzeugzahlen wächst auch der Bedarf an Reifen – und damit die Menge an Altreifen. Eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft bietet hier die Chance, ökologische Herausforderungen mit wirtschaftlichen Chancen zu verbinden.

Reifen, die sich nicht mehr reparieren, nachprofilieren oder runderneuern lassen, werden vorzugsweise der klimagerechten mechanischen Verwertung zugeführt. Hier werden wertvolle Sekundärrohstoffe wie Stahldraht, Textilfasern und vor allem Gummigranulat erzeugt. Der Stahl eignet sich für die Wiedereinschmelzung, die Textilfasern haben sehr gute Dämmeigenschaften. Reifen-Gummigranulat wird für die Fertigung hochwertiger Recyclingprodukte für diverse Branchen und Anwendungsbereiche genutzt.

Politischer Handlungsbedarf für Deutschland und Europa

Trotz effizienter Technologie, erfolgreicher Praxisanwendung und steigender Beachtung sehen AZuR und NEW LIFE weiterhin erheblichen politischen Handlungsbedarf. Das AZuR-Greenpaper formuliert daher konkrete Forderungen an Politik und Verwaltung in Bund, Ländern und Europäischer Union. Dazu gehören unter anderem verbindliche Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards sowie die Entwicklung eines europäischen Marktes für hochwertige Sekundärrohstoffe aus Recyclingprozessen. Darüber hinaus fordern AZuR und NEW LIFE klare gesetzliche Rahmenbedingungen für innovative Recyclingtechnologien und eine stärkere Anerkennung von Recyclingmaterialien als gleichwertige Rohstoffe. Nur so können Investitionen in nachhaltige Technologien langfristig abgesichert werden.

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Reifen-Kreislaufwirtschaft als Chance für Klima, Wirtschaft und Gesellschaft

Das aktualisierte AZuR-Greenpaper macht deutlich: Eine konsequent umgesetzte Reifen-Kreislaufwirtschaft bietet vielfältige Vorteile. Sie reduziert Abfälle und CO₂-Emissionen, schont natürliche Ressourcen und stärkt gleichzeitig regionale Wertschöpfungsketten sowie mittelständische Unternehmen. Damit kann sie einen wichtigen Beitrag zur Transformation der europäischen Industrie leisten. Voraussetzung ist jedoch, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und die vorhandenen Potenziale konsequent nutzen.

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