Urban Mining

Unsere Rohstoffressourcen – von Öl über Kohle und Eisen bis hin zu Naturkautschuk – sind endlich, die Preise oft hoch.
Noch da zu müssen wertvolle Rohstoffe meist in komplizierten Verfahren gewonen und importiert werden, die Umwelt wird belastet. Gleichzeitig wachsen unsere Städte, in denen bereits enorme Mengen wertvoller Rohstoffe verbaut sind. Mit Urban Mining gilt es, genau diese bereits vorhandenen Rohstoffe nutzbar zu machen. Wörtlich übersetzt bedeutet Urban Mining „städtischer Bergbau“ und beschäftigt sich mit der Frage, wie Rohstoffe, die vor allem in Gebäuden und der Infrastruktur (Beispiel: Eisenbahnschienen), aber auch in Konsumgütern wie Autos oder Elektrogeräten enthalten sind, nach dem Ende des Lebenszyklus weiterzunutzen.
Die Schwierigkeit dabei ist, abzuschätzen, wann und wo welche Materialien frei werden.

5 Leitfragen zum Urban Mining

Das Umwelt Bundesamt hat dazu fünf Leitfragen aufgestellt, an denen sich Urban Mining ausrichten lässt:

  1. Wo sind die Lager?
  2. Wie viele und welche Materialien sind enthalten, die als Sekundärrohstoffe genutzt werden können?
  3. Wann werden die Lager für die Rohstoffgewinnung verfügbar?
  4. Wer ist an der Erschließung beteiligt?
  5.  Wie lassen sich die Stoffkreisläufe effektiv erschließen?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         © michelaubryphoto – stock.adobe.com

Urban Mining geht also einen Schritt weiter als Recycling und erfordert einen Perspektivwechsel: Schon bei Produktion bzw. beim Bau gilt es, auf die spätere Verwertung zu achten.
Wertvolle Rohstoffe sollten leicht und damit kostengünstig am Ende des Lebenszyklus zurückgewonnen werden können.

Der Eiffelturm als urbane Mine

Ein Paradebeispiel dafür ist der 1888/89 erbaute Eiffelturm, auch wenn Gustave Eiffel diese Absicht sicher nicht verfolgte und das von ihm geschaffene Wahrzeichen de facto wohl
nicht als Rohstofflager dienen wird: Mit dem Eiffelturm verfügt Paris über ein ungemeines Rohstofflager. Über 10.000 Tonnen Stahl lagern bereits in der Stadt und könnten direkt vor
Ort genutzt werden – der Stahl könnte direkt verarbeitet werden, die mühevolle Gewinnung aus Eisenerz entfiele. Was für den Eiffelturm gilt, gilt auch für viele andere Gebäude, Tiefbauten und Konsumprodukte: Alle enthaltenen Rohstoffe wurden bereits in einem aufändigen und kostspieligen Prozess gewonnen.

Die Rohstoffe sind da, wo sie gebraucht werden

Urbane Minen genau dort, wo Rohstoffe gebraucht werden, in den Städten bzw. besiedelten Gebieten. Rohstoffquellen sind nicht unendlich – also gilt es, die wertvollen Materialien
aus abgerissenen Gebäuden, zurückgebauten Straßen, Brücken und Schienen, aber auch aus Konsumgütern wie Autos oder Elektrogeräten wiederzuverwenden. Werden die Materialien
vor Ort weitergenutzt, spart man den Einkauf teurer Rohstoffe und schont gleichzeitig das Klima.

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